Giftschlangen in Costa Rica

Kurzes Vorwort zum Thema Schlangenbisse und Urlaub in Costa Rica

Vor unserer Costa Rica Reise habe ich mir viele Gedanken zum Thema Giftschlangen gemacht. Letztendlich stellte sich aber heraus das meine Befürchtungen völlig unbegründet waren. Man muss eher Glück haben wenn man eine sieht. Die sind aber auch gut versteckt. Wenn man auf den Wegen in den Nationalparks bleibt ist die Gefahr wohl äusserst gering von einer Schlange gebissen zu werden. Nachdem ich mit vielen Einheimischen und Führern gesprochen habe gibt es, soweit mir diese erzählt haben, keine Schlangenbisse von Touristen (und schon gar keine tödlichen) in Costa Rica. Das sollte keinen davor abschrecken das wunderbare Land zu besuchen.

Auf Costa Rica gibt es mehr als 140 Schlangenarten. Davon sind 19 giftig. Die giftigsten und für den Menschen gefährlich sind die Korallenschlange (echte Korallenschlange), Buschmeister, Lanzenottern und Palmenviper.

Schlangenbisse von Touristen sind in Costa Rica aber sehr selten. Wenn man einige Vorsichtsmassregeln einhält und sich auf den Wegen hält ist die Wahrscheinlichkeit von einer Schlange gebissen zu werden äusserst gering. Am meisten werden einheimische Arbeiter auf den Plantagen gebissen die aber durch die gute Versorgung und schnelle Gabe von Gegengiften oft überleben.

Die am weitest verbreiteten Giftschlangen in Costa Rica sind die Lanzenottern. Diese sitzen meist versteckt, kriechen wenig umher und warten auf eine vorbeikommende Beute. Die Lanzenottern sind meist recht gut an ihrem dreieckigen Kopf zu erkennen der sich deutlich, wie eine Lanzenspitze, vom Körper abhebt. Bei diesen Schlangen nützt es auch nichts stark aufzutreten, was durch die Erschütterungen andere Schlangen zum wegkriechen veranlasst. Lanzenottern verlassen sich auf ihre Tarnung und bleiben in ihrem Versteck.

Wie vermeidet man einen Schlangenbiss

Entsprechende Kleidung tragen. Hohe Schuhe. Bei manchen Giftschlange Costa Ricaam Boden lebenden Giftschlangen die sich nicht aufrichten helfen Gummistiefel. Beim sich vor dem Biss aufrichtende Schlangen, die dann meist oberhalb des Knies beissen hilft das nichts. Bei in den auf Bäumen lebenden Schlangen helfen evtl. ein guter etwas weiter Hut. Ansonsten weite Hosen und weite Oberbekleidung tragen.

Nicht durch dichtes Unterholz gehen wenn sich das vermeiden lässt. Wege benutzten.

Bevor man sich an Bäume lehnt oder sich dort abstützen will genau schauen ob nicht dort irgendwo eine Baumschlange sitzt. Keinesfalls in Löcher im Boden, unter Steine oder Baumhöhlen greifen.

Schlangen verstecken sich gerne an umgefallenen Bäumen. Beim darüber steigen vorsichtig sein.

Infos auch bei http://www.toxinfo.org/frameset.php?class=2&hauptframe=/tier/index.html

Was ist zu tun beim Schlangenbiss

Sollte man wirklich von einer Schlange gebissen werden, Ruhe bewahren. Am besten hinlegen oder zumindest den betroffenen Körperteil ruhig stellen. Nicht hoch legen.

Keine "Hausmittel" wie aussaugen, ausbrennen, aufschneiden oder ähnliches anwenden. Das kann die Situation noch verschlimmern. Die angebotenen Schlangenbiss-Hilfskits bringen praktisch nichts. Die Unterdruckpumpen die angeboten werden sind nicht in der Lage das meist relativ tief ins Gewebe injiziert Gift heraus zu saugen. Dabei wird nur wertvolle Zeit für die Evakuierung verbraucht.

Keine Körperteile abbinden. Evtl. einen Druckverband anlegen, nicht zu fest, hilft aber nicht bei allen Giftschlangen. Vor allem bei Giftschlangen die gewebezersetzende Gifte injizieren ist das nicht angezeigt. Das sollte eher nicht von Laien gemacht werden da auch starke Nebenwirkungen auftreten können.

Den Verletzten so schnell wie möglich zum Arzt bringen, wenn möglich liegend, damit das Blut so wenig wie möglich zirkuliert und sich das Gift ausbreitet. Keine Medikamente geben, höchstens Beruhigungsmittel. Während des Transports den Verletzten beobachten und im Notfall weitere Erste-Hilfe Massnahmen einleiten.

Versuchen die Schlange zu erwischen (gutes Foto machen) und mitnehmen (am besten tot !) oder sich die Merkmale merken (Aussehen, Farbe, Kopfform, Musterung) damit ein entsprechendes Serum verabreicht werden kann. Das ist sehr wichtig und unbedingt zu beachten um das richtige Serum zu finden.

Bei Alajuela bei der Stadt Grecia, am Fuße des Vulkans Poás findet sich eine Schlangenfarm (theworldofsnakes.com) die sich um die Aufzucht von den verschiedensten Schlangen, die in Costa Rica vorkommen, kümmert.

Einige Giftschlange die auf Costa Rica vorkommen

Vipern Ottern

Greifschwanz Lanzenotter (Bothriechis SChlegelii)

Die Schlange kommt in vielen verschiedenen Farbvarianten vor. Vom Grün, blau, bis gelb. Der Kopf ist dreieckig und deutlich vom Körper abgesetzt. Die Schlange ist stark giftig wobei ein Biss meist nicht tödlich verläuft. Das Gift kann aber starke Nekrosen auslösen die dann zur Amputation des jeweiligen Körperteiles führen kann.

Grüngelbe Palmlanzenotter (Bothriechis Lateralis)

Die Schlange wird ca. 60 bis 80 cm lang, auch mal einen Meter. Sie lebt in Baumen und Sträuchern und oft auch auf Plantagen in einer Höhe von 1,2 bis 2,3 m, manchmal auch darunter. Sie sind meist hellgrün mit einem weissem Streifen, es gibt aber auch blau grün schimmernde Arten ohne streifen. Der Kopf ist dreieckig oder oval, bei den Manchen, und deutlich vom Körper abgesetzt. Wei bei der oben beschriebenen Lanzenotter ist das Gift gewebezerstörend (Nekrosen auslösend) aber wirkt auch auf das Nervensystem. Die Schlange ist recht gefährlich da durch den Lebensraum in Bäumen und Sträuchern oft Menschen am Kopf oder Oberkörper gebissen werden was dann tödlich ausgehen kann. Besondere Vorsicht ist beim durchwandern von dichtem Urwald aber wie gesagt auch auf Plantagen gegeben wo die meisten Unfälle passieren.

Hakennasen Lanzenotter (Porthidium Nasutum)

Dies gut getarnte braun gestreifte Otter gibt es in mehreren Arten und fällt durch die Verlängerung der Nase auf. Es finden sich verschiedenen Angaben für die Giftigkeit. Im allgemeinen werden sie als schwach giftig bezeichnet. Sie leben im trockenem Wald als auch im tropischem Regenwald.

Korallenschlange (echte), Korallenotter (Micrurus)

Die auffällig schwarz gelb rot gefärbte Schlange ist recht friedlich, wenig aggressiv und hat nur kurze Giftzähne. Sie ist allerdings sehr giftig. Es gibt praktisch keine Unfälle mit Erwachsenen. Das Erkennungszeichen ist wenn ein gelber Ring direkt neben einem roten liegt.

Schauer Klapperschlange (Crotalus Durissus)

Sehr giftig. Es gibt relativ häufig tödliche Unfälle in Plantagen. Sie macht aber auch mit dem typischen Klappern auf sich aufmerksam.

Terciopelo Schlange (Bothrops asper)

Diese Lanzenotter ist die grösste die in Costa Rica vorkommt und manchmal bis über 2 m erreichen kann. Sie verursacht die meisten tödlichen Unfälle (keine Urlauber betroffen). Die gefährlichsten sind die kleineren und mittleren. Grosse Schlangen beissen auch mal ohne Gift auszuscheiden da es ein relativ grosser Aufwand für diese ist, das Gift wieder zu produzieren und diese währenddessen nicht jagen oder sich verteidigen können. Junge Schlangen müssen dass erst lernen.

Buschmeister (Lachesis stenophrys)

Der Buschmeister ist mit über 3 Metern die grösste Giftschlange von Costa Rica. Diese Viper ist vor allem nachts, aber auch in der Dämmerung im Regenwald aktiv.

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